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Begräbt die vierte Welle Laschet?
Ministerpräsident Armin Laschet und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim Besuch eines Impfzentrums in Düsseldorf. Foto: Land NRW / Ralph Sondermann

Kein Thema ist für die Bürger bei der Bundestagswahl so wichtig wie die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Für CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet könnte das zum Problem werden.

Der gute Pandemie-Sommer, den Experten und Politiker versprochen hatten, war kurz. Durch die Delta-Variante des Corona-Virus steigen seit Wochen die Inzidenzen. Die vierte Welle ist da und ihr Ende ist nicht abzusehen. Nach den Ergebnissen von US-Wissenschaftlern sind Geimpfte zwar weiterhin gut geschützt, geben das Virus allerdings schnell weiter. Und was die Infektiosität betrifft, vergleichen sie die Delta-Variante mit dem Erreger der Windpocken.

Für CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet sind das keine guten Nachrichten. Das Hochwasser hat den Niedergang der Grünen gestoppt. Sein Krisenmanagement und sein unpassendes Lachen während einer Rede des Bundespräsidenten haben seine Werte in den Umfragen abstürzen lassen. Die CDU hat er allerdings noch nicht in den Abwärtsstrudel mitgerissen.

Nun werden sich die Augen auf sein Krisenmanagement in NRW richten. Auf die steigenden Inzidenzen im Land hat das Kabinett Laschet mit Lockerungen reagiert. Gastronomie und Einzelhandel sollen so vorerst von neuen Einschränkungen verschont werden. Denn bislang folgen die Zahlen der schwer Erkrankten und Toten nicht den steigenden Inzidenzen. Die meisten Erkrankten sind jung und schwere Verläufe häufen sich im Alter. Dort allerdings sind die meisten schon geimpft.

Laschet hofft darauf, dass die vierte Welle eine „Laborwelle“ wird, die man in den Krankenhäusern und Intensivstationen kaum merken wird. Aber das Ende der Ferien wird Corona einen weiteren Schub geben. Viele der Infizierten werden Schüler sein. Auch wenn schwere Verläufe unter ihnen selten sind, wird es sie geben. Und jedes schwerkranke Kind, jedes, das auf eine Intensivstation liegt oder stirbt, wird den Eltern Sorgen bereiten. Statistiken werden sie nicht beruhigen, wenn es um das Leben ihrer Kinder geht.

Für die Kinder sind Laschets Lockerungsübungen riskant, solange sie nicht wie die Erwachsenen geimpft werden können. Doch das wird bis zur Wahl nicht geschehen sein. Die Impfung der Jugendlichen hat gerade erst begonnen. Für Kinder unter zwölf gibt es bislang noch nicht einmal einen zugelassenen Impfstoff. Die vierte Welle könnte Laschet die Kanzlerschaft kosten.