Unglücksrabe Laschet

Das war’s. Armin Laschet, der gescheiterte Kanzlerkandidat, hat nun auch sein Amt als Ministerpräsident von NRW niedergelegt und hinterlässt seinem Nachfolger als CDU-Landeschef und – wenn alles gut geht – auch als Regierungschef, Hendrik Wüst, eine gewaltige Hypothek. Je nach Institut liegt die NRW-CDU in der Sonntagsfrage um neun bis 13 Prozentpunkte hinter der SPD des nicht einmal besonders populären Thomas Kutschaty.

Was ist da passiert? Zieht Laschets Scheitern im Bund die Landespartei mit hinunter, oder gibt es auch spezifische Ursachen in NRW? Bei einem Schlüsselereignis, der Flutkatastrophe des Sommers, treffen sich Bundes- und Landesebene: Laschet fehlten die richtigen Worte. Er rackerte sich ab – aber im kollektiven Gedächtnis blieb das Foto, das ihn beim Lachen an unpassender Stelle zeigte.

Kommunikationsdesaster gab es auch auf anderen Feldern: Kohleausstieg und Corona. Laschet hat fürs Revier viel herausgeholt, und das Ausstiegstempo in NRW ist höher als in Mitteldeutschland und der Lausitz. Aber anstatt sich als Klimaschützer zu profilieren, verhedderte sich Unglücksrabe Laschet in der Braunkohleplanung der rot-grünen Vorgängerregierung (Stichwort Garzweiler). Erst recht wirr die Corona-Kommunikation zwischen Lockerungskurs und “Brückenlockdown”. Dabei ist NRW viel besser durch die Krise gekommen als das Bayern des Markus Söder, der sich auf Laschets Kosten als Antiviren-Held profilierte. Und die NRW-FDP tritt auf (und glänzt in Umfragen), als hätte ihre Ministerin Yvonne Gebauer mit dem Durcheinander an den Schulen nichts zu tun.

Politik ist – auch – Kommunikation, und da braucht die NRW-CDU unter Wüst einen Neustart. (Raimund Neuß, Kölnische Rundschau, ots)

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